Was ist Elektrosmog? Ein Überblick 2017-09-15T22:58:21+00:00

Was ist Elektrosmog?
Ein Überblick

Elektrosmog ist ein Phänomen, das in den letzten 25 Jahren enorm an Bedeutung gewonnen hat. Natürlich gab es auch schon davor Belastung durch elektromagnetische Felder, allerdings vorwiegend anderer Natur. Wir können Elektrosmog grob in 2 große Klassen einteilen, die sich sowohl physikalisch als auch in ihrer biologischen Wirkung voneinander unterscheiden:

1) Niederfrequente elektromagnetische Wechselfelder

Seit der Elektrifizierung der Industrienationen am Ende des 19. Jh. wurden wir vor allem von sog. niederfrequenten Wechselfeldern (heute in Europa bei 50 Hz, in den USA 60 Hz) „belastet“. Diese Felder sind heute alle auch noch als Belastung für unseren Körper vorhanden und zwar jedes Jahr stärker, da unser Stromverbrauch mit dem Wirtschaftswachstum zunimmt.

Hier sprechen wir von den elektrischen und magnetischen Feldern, die bei der Energieübertragung (Hochspannungsleitungen, normale Freileitungen, Stromversorgungsleitungen in Ihrem Haushalt), Transformation (denken Sie an die nächste Trafostation, aber auch an das Ladegerät Ihres Handys) und beim Energieverbrauch in Industrie, Verkehr, Büro oder Privatleben entstehen. Beispielsweise wenn Sie kochen, das Licht anschalten oder vor dem Fernseher sitzen.

Was vielen Menschen so noch nicht bewusst geworden ist: Die viel gepriesene (und staatlich geförderte) Revolution durch Elektroautos wird im Bereich der Stromversorgung und -transformation natürlich eine stark steigende Belastung durch niederfrequente Felder nach sich ziehen. Derzeit ist das noch nicht zu spüren, da der Anteil an Elektrofahrzeugen verschwindend klein ist. Doch sobald die Fahrzeuge billiger geworden und damit breitere Akzeptanz erreicht haben werden, gilt es, diese täglich aufzuladen. Eine kurze Berechnung zeigt, dass unsere vorhandenen Stromnetze dieser Last bei weitem nicht gewachsen sind und stark aufgerüstet werden müssen, um die deutlich höheren Stromstärken zu bewältigen.

Hochspannungsleitung in Bayern Die sog. niederfrequenten Wechselfelder, wie sie hier z.B. eine Hochspannungsleitung in Bayern erzeugt, waren bis zum „Informationszeitalter“ die Hauptquelle von Elektrosmog

Insbesondere in Deutschland muss eine deutliche erste Netzaufrüstung aufgrund der erneuerbaren Energierevolution schon jetzt stattfinden. Dies hat aber noch gar nichts mit dem Bedarf von Elektroautos zu tun, sondern liegt darin begründet, dass die Orte, wo erneuerbare Energie im Land erzeugt wird, überwiegend weit entfernt von den Orten liegen, wo die Energie verbraucht wird. So kommt der Windstrom aus Norddeutschland, wird aber im industriereichen Süden beispielsweise in der Autoindustrie benötigt. Daher braucht man neue Starkstrom-Stromtrassen, die bei der Bevölkerung verständlicherweise sehr umstritten sind.

2) Hochfrequente elektromagnetische Felder: Mikrowellenstrahlung

In den 1990er Jahren kam es dann zu zwei technologischen Revolutionen, die nicht nur unser aller Leben stark verändert hat, sondern auch für eine ganz neue, bislang in dem Ausmaß völlig unbekannte Belastung mit hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung gesorgt haben. Das waren einerseits die Mobilfunktechnologie und andererseits das Internet, das bald am liebsten drahtlos per WLAN genutzt wurde.

2007 kam es dann mit der Einführung des ersten sog. Smartphones (das iPhone von Apple) zur Konvergenz beider Technologien, sodass das Internet in zunehmendem Maße per Mobilfunk genutzt wurde. Die weitere Entwicklung seither dürfte Ihnen bekannt sein. Die Smartphone-Nutzung explodierte, einhergehend mit der Einführung anderer mobiler Geräte wie sog. Tablets so stark, dass heute damit die Mehrzahl der Nutzer online geht.

Vom technischen Standpunkt her bedeutet das, dass heute praktisch jeder Mensch einen oder mehrere Mikrowellensender und -empfänger meist sehr nahe am Körper trägt. Die zahlreichen Sendeanlagen, die von Mobilfunkunternehmen zur Vernetzung der Geräte betrieben werden müssen, haben wir dabei noch gar nicht erwähnt. Zudem potenziert sich die Belastung auf kleinem Raum mit vielen Menschen. Ein Klassenzimmer, ein Bahnabteil, eine Einkaufspassage, das Großraumbüro oder normale Wohnhäuser in Ballungsgebieten: Sie alle sind zu Orten geworden, die von Mikrowellenstrahlung vieler einzelner Sender und Empfänger belastet werden.

Ein Potpourri an Bildern aus dem Informationszeitalter Ein Potpourri an Bildern aus dem Informationszeitalter

Verstehen Sie uns bitte nicht falsch: Wir sind selbst maßvolle Nutzer all dieser Technologien und schätzen durchaus die Vorteile, die sich für unser aller Leben dadurch ergeben. Ein völliger Verzicht ist unrealistisch und würde unser Leben einschränken. Jeglicher Gedanke in diese Richtung ist auch aus dem Grunde müßig, weil der zugrundeliegende Industriezweig inzwischen viel zu wichtig für die Wirtschaft geworden ist.

Ein bedachtsamer Umgang mit dieser Technologie ist allerdings sehr wohl möglich.

Wir haben ins Potpourri an Bildern bewusst zwei Schwangere und ein Baby aufgenommen. Ob Sie es glauben oder nicht: In schöner Regelmäßigkeit erreichen uns Anrufe von besorgten Müttern, deren schwangere Töchter ihr Tablet, Laptop oder Smartphone auf dem nackten Bauch platzieren. Den Töchtern fehlt genau das angesprochene Problembewusstsein, das ein verantwortungsvoller Umgang mit der Technik voraussetzt. Auf keinen Fall möchten wir Moralapostel sein, viel lieber objektiv informieren und hoffentlich einen Anstoss in die richtige Richtung geben. Denn wenn das Kind durch diesen sorglosen Technikumgang Schäden davontragen sollte, ist das nicht nur für dieses selbst bitter, sondern auch für die Mutter, nicht zuletzt wegen der unvermeidlichen Schuldgefühle.

Und auch Vertreter der älteren Generation erkennen Sie in den Bildern. Warum? Weil es auffällig ist, welch großer Prozentsatz unserer Kunden dieser Gruppe angehört. Das ist nicht überraschend. Wenn Sie das Kapitel über Stress in unserer Infobroschüre lesen, werden Sie lernen, dass Biologen das Altern genau über eine geringere Resistenz gegenüber Stress und Krankheiten definieren. Der durch Elektrosmog verursachte Dauerstress macht sich i.d.R. umso stärker bemerkbar, je älter man ist. Junge Menschen stehen natürlich genauso unter dem Stresseinfluss, ihre Widerstandskraft ist aber noch höher. Dies heißt nicht, dass wir keine jungen Kunden hätten. Allerdings sind es statistisch deutlich weniger als ältere Menschen, was natürlich auch mit dem geringeren Problembewusstsein (Stichwort: „Unbekümmertheit der Jugend“) zu tun hat.

Informationsteil Elektrosmog als pdf-Datei:

Zahnbürste mit Bluetooth-Verbindung

Einfache Vermeidung von Elektrosmog
durch bewusste Kaufentscheidungen: In zunehmendem Maße werden uns heute Produkte angeboten, die Elektrosmog erzeugen, ohne einen signifikanten Zusatznutzen zu bieten. Paradebeispiel dafür ist wohl die mit dem Funkstandard Bluetooth versehene elektrische Zahnbürste, die Daten zum Zähneputz-Verhalten ans Smartphone funkt.

So verständlich der Wunsch der Hersteller ist, sich ein neues Geschäftsfeld zu erschließen: Hier wird Funktechnologie und damit Elektrosmog in ein Produkt gepackt, der absolut vermeidbar ist. Als mündiger Konsument haben Sie hier jedoch die Wahl und können sich bewusst dagegen entscheiden.

iPhone und iPad

Kaum zwei Produkte stehen so ikonenhaft für die mobile Internetrevolution wie das iPhone (rechts) und iPad (links) von Hersteller Apple

Kabelstränge und Elektrosmog in einem PKW

Elektrosmog im Auto
Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sie an manchen Orten besonders starkem Elektrosmog ausgesetzt sind. Dies ist oft in Fahrzeugen der Fall. Ein handelsüblicher PKW enthält heute mehr Kabelkilometer als ein Einfamilienhaus. Das Bild oben soll das anhand eines Fotos illustrieren, das teilweise Einblicke in die Verkabelung gibt.

Hier sprechen wir noch gar nicht von Elektroautos oder selbstfahrenden Fahrzeugen, sondern vom ganz normalen Benziner oder Diesel-PKW. Auffällig ist, dass deutlich unterschiedliche Belastungen zwischen den Modellen gemessen wurden. Man kann auch nicht generell sagen, ein Hersteller sei in Bezug auf Elektrosmog besser als ein anderer.

Als grobe Faustregel jedoch gilt: Je teurer der Wagen, desto eher die Wahrscheinlichkeit einer hohen Belastung. Dies hat damit zu tun, dass teurere Fahrzeuge i.d.R. mit mehr elektronischer Zusatzausstattung versehen sind.