Elektrosmog-Entwicklungen von 2017 bis 2022 2017-09-15T22:58:21+00:00

Elektrosmog-Entwicklungen von 2017 bis 2022
Was sich gerade ändert und was geplant ist

5G, Internet der Dinge, selbstfahrende Autos, etc. – Nur einige der vielen technologischen Entwicklungen, die derzeit gerade unser Leben verändern bzw. das sehr bald tun werden.

Wir sind viel zu sehr Wissenschaftler, um in unnötige Panik zu verfallen. Bei der derzeitigen Entwicklung der Kommunikationstechnologie kommen allerdings selbst wir ins Grübeln. Die Marschrichtung lautet kurz zusammengefasst:

Die Funktechnologie breitet sich viel stärker in alle nur denkbaren Lebensbereiche aus.

Diese Entwicklung wird zum einen durch die Industrie betrieben, was nachvollziehbar ist, da unser Wirtschaftsmodell nun mal auf Wachstum ausgelegt ist. Schwerer verständlich ist die Tatsache, dass die Entwicklung von politischer Seite begrüßt, gefördert und sogar gesetzlich vorgeschrieben wird. Wir könnten diesen Trend zynisch betrachten und sagen: „Gar nicht schlecht, die Nachfrage nach dem Harmonisierer wird dadurch stark steigen.“ In Wahrheit sehen wir die Entwicklung mit großer Sorge: Verglichen mit den zukünftigen Belastungen durch Funktechnologie ist die derzeitige Belastung nämlich noch als gering zu werten. Die Aussage der Mediziner, die schon die heutige Belastung als „größtes flächendeckendes medizinisches Experiment der Menschheitsgeschichte“ bezeichnen, bekommt in Zukunft daher noch viel mehr Brisanz.

Willkommen im Internet der Dinge

Anwendungsbeispiele Internet der Dinge Das Internet der Dinge in Beispielen: 1) Selbstfahrendes Auto, 2) Armband, das Gesundheitsdaten per Bluetooth zum Smartphone funkt, 3) „Intelligenter“ Stromzähler, der sekündlich per Mobilfunk den Verbrauch meldet, 4) Funkrauchmelder (WLAN-basiert)

Die Ausbreitung der Funktechnologie in alle Lebensbereiche ist derzeit voll im Gange und wird mit dem Schlagwort „Internet der Dinge“ bezeichnet. Gängige Bezeichnungen dafür sind auch „IoT“ (engl. für internet of things) bzw. „Industrie 4.0“. Der Grundgedanke dahinter ist dieser: Während das Internet bis jetzt vorwiegend Menschen miteinander vernetzt, sollen in Zukunft auch alle nur denkbaren Dinge damit vernetzt werden. Das reicht vom PKW über Gebäude, Kühlschränke, Strom- und Gaszähler bis zur Barbiepuppe. Letztere war beispielsweise der Renner im Weihnachtsgeschäft 2015. Eine wichtige Rolle dabei spielen Sensoren, mit denen die Dinge alle möglichen Informationen über ihren Zustand und ihre Umwelt erfassen.

Diese selbst können schon eine beachtliche Quelle von zusätzlichem Elektrosmog darstellen. Beispielsweise haben die selbstfahrenden PKWs von Google und Apple, die in Großbritannien kurz vor der Straßenzulassung stehen, alle Radargeräte an Bord, um Hindernisse zu erkennen. Sollten sich die Fahrzeuge durchsetzen, werden in absehbarer Zeit Millionen von Radaranlagen auf unseren Straßen herumfahren. Die von den Sensoren erfassten Daten müssen verarbeitet werden, und dies geschieht oft über Rechner im Internet (Stichwort: „Cloud“). Zugleich werden über das Internet auch Anweisungen an die vernetzten Gerät zurück geschickt.

5G – Die neue Mobilfunkgeneration ab 2020

All diese Kommunikation läuft praktisch zu 100% funkbasiert. Und zwar derzeit noch über die heute bekannten Funktechnologien wie Bluetooth, WLAN und Mobilfunk (3G bzw. 4G, LTE). Wie Sie sich selbst ausrechnen können, stellt dieses „Internet der Dinge“ enorme Anforderungen an die Mobilfunknetze der Zukunft. Während die heutigen Technologien „bloß“ einige Milliarden Menschen miteinander vernetzen müssen, so rechnet man, dass in Zukunft pro Mensch ca. 20 Dinge zur Vernetzung anfallen. Wir liegen dann also im Bereich von 100 Milliarden Netzteilnehmern, bestehend aus Menschen und Maschinen. Um solche Datenmengen und komplexen Netze bewältigen zu können, wird gerade die nächste Mobilfunkgeneration entwickelt, die unter dem Namen 5G ca. 2020 an den Start gehen soll. Die technischen Spezifikationen zeigen, dass man an mehreren Stellen ansetzt, um die Herausforderungen bewältigen zu können.

Schon jetzt ist klar, dass man viel mehr und gleichzeitig kleinere Mobilfunkzellen (d.h. geographische Gebiete, die von einer Antenne abgedeckt werden) benötigen wird. Im Klartext: Es wird in Zukunft sehr viel mehr Mobilfunkantennen geben. Man rechnet derzeit mit einer ungefähren Verzehnfachung der heutigen Anzahl. Fazit: Uns erwarten sehr viel mehr Strahlungsquellen in Form von funkenden Gegenständen und eine deutlich höhere Zahl von Mobilfunkantennen.

Ohne Panik machen zu wollen kann man nach pragmatischer Beurteilung der Lage nur konstatieren: Aus Elektrosmog-Sicht sieht die Zukunft alles andere als rosig aus.

Stark erhöhte Antennendichte bei 5G verglichen mit LTE

Die neue Mobilfunkgeneration 5G benutzt verschiedene Ansätze, um die sehr viel größeren Datenmengen und sehr viel mehr Netzteilnehmer zu bewältigen. Ein wichtiger Ansatz ist die Verwendung von kleineren Mobilfunkzellen als bei LTE. Dadurch benötigt man eine deutlich höhere Anzahl an Mobilfunkzellen und damit verbunden natürlich auch Antennen. Als Beispiel eine Kleinstadt: Während bei LTE heute 10 Antennen benötigt werden (Bild links), werden bei 5G 62 Antennen benötigt. Die tatsächlichen Zahlen hängen noch von der finalen Ausgestaltung der 5G-Spezifikationen ab, die 2016 finalisiert werden sollen. Der erste große Testbetrieb von 5G soll 2018 bei den olympischen Winterspielen in Südkorea stattfinden.

5G Antennen werden in Hausfassaden und Plakatwände integriert

Für die große Zahl an neuen Mobilfunkantennen benötigt man neue Aufstellorte und muss aufgrund der kleineren Mobilfunkzellen näher an den Nutzer rücken. Eine große Zahl an Antennen soll daher bei 5G in Hausfassaden, Plakatwände und Straßenlaternen integriert werden. Dies wurde bei der weltgrößten Mobilfunkmesse in Barcelona im Frühjahr 2016 bekannt. Straßenlaternen werden auch heute schon gerne als günstige Orte für die Installation von öffentlich zugänglichem WLAN (sog. Public Hotspots) verwendet. Da sie schon verkabelt sind, erspart man sich Grabungsarbeiten und kann die Antennen relativ einfach und kostengünstig mit dem Internet verbinden.

Entwicklungen Elektrosmog als pdf-Datei:

Barbie-Puppe per WLAN mit Internet verbunden

Die per WLAN mit dem Internet verbundene Barbiepuppe sorgte zu Weihnachten 2015 für mediale Aufregung. Die als „Spion im Kinderzimmer“ titulierte Puppe nimmt per Mikrofon jeden Laut im Kinderzimmer auf, schickt die Sprach-Daten ins Internet und versucht dann, „intelligente“ Antworten zu geben.

Interessant war, dass zwar dem Datenschutz sehr große, der Elektrosmog-Gefahr durch die Puppe, die ja in nächster Nähe von Kleinkindern funkt, aber keinerlei Aufmerksamkeit zuteil wurde.

Smart Meter (Intelligenter Stromzähler)

Smart Meter sind Zähler für Strom, Gas und Wärme, die in verschiedenen Intervallen (teils sogar sekündlich), den aktuellen Verbrauch an den Energieanbieter weiterleiten. Dies geschieht fast immer per Funk, da diese Lösung am einfachsten und billigsten ist. In Neu- und Umbauten von Gebäuden sind diese zwingend zu verwenden.

Bis 2022 will die EU, dass überhaupt alle Haushalte mit so einem Zähler ausgestattet sind. Wehren ist zwecklos. In Kanada haben Konsumenten ihre herkömmlichen Stromzähler mit Stacheldraht vor einer Umrüstung geschützt – die Polizei hat die Installation der neuen Zähler daraufhin gewaltsam durchgesetzt.

Kabelstränge und Elektrosmog in einem PKW

Selbstfahrende Autos stehen kurz vor der Straßenzulassung (z.B. in Kalifornien oder in GB), wenngleich die Vorstellung für viele von uns noch utopisch scheint. PKWs der Firma Tesla besitzen schon jetzt einen Selbstfahrmodus, der per Radar Hindernisse erkennt. Die Fahrzeuge haben in den Niederlanden eine EU-weite Zulassung erhalten, sind also auch auf unseren Straßen unterwegs.

Die treibenden Entwickler der Fahrzeuge sind erstmals in der Geschichte nicht die Automobilkonzerne selbst, sondern die Technologiekonzerne Google und Apple. Das finanzielle Interesse liegt dabei vor allem in den Kundendaten. So kann der Benutzer beim Vorbeifahren an Geschäften beispielsweise auf dort gerade aktuelle Angebote aufmerksam gemacht werden.

Das autonome Fahren benötigt mehrere Radars an Bord (zum Erkennen von Hindernissen in verschiedenen Richtungen und Abständen). Zudem natürlich Mobilfunk zum Datenaustausch (Standort-Übermittlung, Einblenden der Werbedaten, etc.) und Laserscanner (Beispielsweise zur Erkennung der Fahrbahnbeschaffenheit). Die Entwickler der Fahrzeuge führen als Argument ins Treffen, dass diese weniger Unfälle verursachen als menschliche Fahrer.

Elektrosmog-Bedenken scheinen in der breiten Öffentlichkeit (wohl auch aus Unwissenheit) derzeit noch so gut wie nicht zu herrschen. Viel mehr wird ein ethisches Dilemma diskutiert: Der Fahrzeug-Computer muss in Zukunft selbstständig über Leben und Tod entscheiden. Rast ein Fahrzeug z.B. auf einen Zebrastreifen zu, das plötzlich ein Kind überquert, muss das Fahrzeug selbst entscheiden, ob es das Fahrzeug in eine Wand lenkt und den Fahrer tötet oder weiterfährt und das Kind tötet.